Wer in unserem Blog zum Thema Bewerbung und Lebenslauf stöbert, könnte fast den Eindruck gewinnen, dass alles wichtig ist und zwingend in den CV gehört. Dem ist natürlich nicht so. Nicht alles ist gleich relevant – und genau das sollte der Lebenslauf auch wiederspiegeln.
Unsere Empfehlung ist klar: Es gilt, die Aufmerksamkeit des Lesers gezielt auf das zu lenken, was ihm in diesem Moment wichtig ist.
Richtig einsteigen
Ein Studienabgänger und sucht seinen ersten Job? Dann dürfen sein Studienabschluss, das Thema der Thesis oder relevante Praktika und Nebenjobs ruhig Raum einnehmen. Falls die Praktika schon einen Bezug zum angestrebten Berufseinstieg haben, dann kann direkt mit dem Abschnitt «Relevante Berufserfahrung & Praktika» gestartet werden. Falls nicht, startet man den Lebenslauf sinnvollerweise eher mit dem Abschnitt «Ausbildung».
Ein Fachspezialist mit 20 Jahren Berufserfahrung ist auf Stellensuche? Dann interessiert sich der Leser in erster Linie für eines: die aktuelle fachliche Relevanz. Ein Einstieg mit Ausbildungen und Hochschulabschluss bringt hier wenig Mehrwert. Berufserfahrenen Bewerbern empfehlen wir deshalb in jedem Fall, direkt mit dem Abschnitt «Berufserfahrung» zu starten.
Geheimtipp Kurzprofil: Der schnelle Überblick
Gerade bei mehr Berufserfahrung lohnt sich ein konsolidierter Einstieg in den CV. Ein Kurzprofil mit Aufzählungszeichen hilft dem Leser, das Profil effizient einzuordnen. Wir empfehlen dabei 4-5 Aufzählungszeichen / Bullet Points:
Berufstitel mit Anzahl Jahren fachrelevanter Erfahrung (typische Tätigkeiten und Stichworte auflisten), Erwähnung der abgedeckten Branchen
Ausbildung und berufsrelevante Qualifikationen
Sprachen und genutzte Systeme / Gesetze / Standards
Berufsziel bzw. nächster Karriereschritt
Soft Skills dürfen selbstverständlich ebenfalls Erwähnung finden – sollten aber auch tatsächlich einen Mehrwert bieten. «Teamfähig», «dynamisch» und «empathisch» lesen wir fast in jedem Lebenslauf. Es ist deshalb wichtig, sich genau zu überlegen, wo man sich im Wesen wirklich von anderen – positiv 😉 – abhebt.
Länge und Tiefe: Die richtige Balance finden
Wir alle kennen es: Wissen verblasst mit der Zeit. Was vor zwei Jahren tägliche Routine war, muss heute oft erst wieder aktiviert werden.
Deshalb legen Arbeitgeber so viel Wert auf aktuelle Erfahrung. Was weiter zurückliegt, muss zwecks Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit dennoch Erwähnung finden. Aber diese Erfahrung darf getrost kurz gehalten werden.
Wir empfehlen als Faustregel, die letzten 5–10 Jahren genauer auszuführen und dafür ältere Erfahrungen kurz zu halten. Das ist umso logischer, wenn man einen Quereinstieg gemacht hat und die zurückliegende Erfahrungen fachfremd und für den heutigen Beruf ohne Relevanz ist. Für solchen Stellen reicht es, die Firma (mit Ort), Jobtitel (mit Pensum) und Zeitraum zu benennen. Möchte es der Leser genauer wissen, liegen die Arbeitszeugnisse bei.
Empfehlung: Weil länger zurückliegende Erfahrungen kurz zusammengefasst werden, gewinnt man zusätzlichen Platz für aktuellere Informationen. So kann man z.B. bei den aktuellsten Stellen noch etwas Kontext zur Firma liefern, z.B. die Branche, die Unternehmensgrösse oder Produkte / Dienstleistungen kurz erwähnen. Das hilft dem Leser, sich effizient zu orientieren.
Nebenberufliches: Zeigen – aber richtig einordnen
Viele von uns engagieren sich auch ausserhalb des Hauptberufs: als Yoga-Instruktor:innen, als Ernährungsberater:innen, als Coaches, oder in Vereinsarbeit. Nicht selten auch unter Absolvierung aufwändiger Weiterbildungen. Das verdient Anerkennung – und darf auch im CV sichtbar sein. Wichtig ist jedoch die Platzierung.
Empfehlung: Damit sie nicht vom Wesentlich(st)en ablenken, führt man solche Tätigkeiten idealerweise nicht unter Berufserfahrung oder Aus- und Weiterbildung, sondern in einem separaten Abschnitt auf. Denkbar wären hier «Nebenberufliche Aktivitäten», «Extracurriculäres Engagement», und/oder «Interessen / Hobbies»
So bleibt der fachliche Fokus klar – und gleichzeitig werden zusätzlichen Facetten sichtbar.
Zum Schluss
Ein guter CV zeigt nicht alles gleich ausführlich. Er zeigt das Richtige, sauber dosiert, am passenden Ort. Oder anders gesagt:
Der Lebenslauf ist kein Archiv der gesamten Vergangenheit.
Es ist ein Werkzeug, das Relevanz effizient sichtbar macht.
Du brauchst weiteren Input zum Thema CV-Schreiben und Bewerbungsunterlagen? Lies hier unsere 10 Gebote des CV-Schreibens.
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