Great Minds

Warum nicht nur Content King ist

Der CV ist kein Rätsel. Und Recruiter keine Detektive. Und dennoch kriegte unsere Beraterin Tania kürzlich zu hören:

«Oh, schade hast Du die Firma nicht gegoogelt.»

Sie war kurz… sprachlos (was eher selten vorkommt 😉). Nicht, weil die Aussage komplett aus der Luft gegriffen wäre. Sondern weil sie ein Missverständnis offenlegt, das wir im Recruiting immer wieder erleben.

Die Anspruchshaltung: «Das wird schon eingeordnet»

Viele Bewerbende gehen davon aus, dass ihr Gegenüber den Kontext automatisch versteht. Dass man die Firma kennt, die Branche einordnen kann, die Rolle schon richtig interpretiert. Oder sich den fehlenden Kontext im Zweifel einfach schnell zusammensucht. Und ja – manchmal googeln wir auch. Aber ganz ehrlich:

Das ist weder unser Auftrag noch in der Praxis realistisch.

Die Realität: Ein CV ist selten selbsterklärend

Was bei Recruitern und Hiring Managers täglich auf dem Tisch landet, sieht in vielen Fällen so aus:

  • Lebensläufe mit Firma und Jobtitel – ohne weitere Einordnung

  • Dossiers, bei denen Arbeitszeugnisse und Diplome fehlen

  • generische Beschreibungen, die in jedem zweiten CV stehen könnten

Die Konsequenz?

  • Unterlagen müssen nachgefordert werden

  • Informationen müssen zusammengesucht werden

  • Profile müssen interpretiert werden

Das kostet viel Zeit, die ohnehin schon knapp ist. Und das, weil Bewerber eine wichtige Tatsache unterschätzen: 

Der effektive Informationsgehalt ist abhängig von Kontext. Fehlt der Kontext, leidet die Aussagekraft.

Ein CV kann somit voller Informationen sein – und trotzdem wenig aussagen. Denn ein „HR Manager“ ist nicht gleich ein HR Manager und ein „Payroller“ nicht gleich ein Payroller. Das sind relative Begriffe, die in unterschiedlichen Kontexten komplett etwas anderes bedeuten können. Wir sagen deshalb gerne, abweichend vom ursprünglichen Zitat, wonach Content King sei: Context is King. 

Was guter Kontext verändert

Ein CV, der Kontext liefert, macht einen entscheidenden Unterschied:

  • Das Profil wird schneller eingeordnet

  • Rückfragen reduzieren sich

  • Missverständnisse werden vermieden

Und, nicht zu unterschätzen:

👉 Im Gespräch bleibt mehr Zeit für die zwischenmenschliche Ebene. Für Prägung, Beweggründe, und die Frage, wo man wirklich hinpasst.

Was konkret besser gemacht werden kann

Es geht nicht darum, den Lebenslauf aufzublasen, sondern vielmehr darum, ihn gezielt zu schärfen:

  • So kann man die Branche und/oder Tätigkeit des Unternehmens kurz einordnen und die Unternehmensgrösse erwähnen

  • Die eigene Verantwortung kann konkretisiert und quantifiziert werden sowie gegenüber anderen Rollen im Team abgegrenzt werden

Oft reichen wenige zusätzliche Angaben, um ein Profil deutlich verständlicher zu machen. Weitere Tipps & Hinweise dazu sind hier zu finden. 

Zum Schluss

Jede:r Bewerbende:r täte gut darin, sich in Erinnerung zu rufen, dass sie lediglich für sich selbst auf Stellensuche sind. Sie sind somit einzig und alleine für ein sauberes Bewerberdossier zuständig. Recruiter, Personalberater, HR-Spezialisten und Hiring Managers arbeiten im Gegensatz dazu gleichzeitig mit dutzenden – manchmal hunderten – Bewerbern. Was also für den jeweiligen Bewerbenden selbstverständlich ist, ist für ihre Leser nur eine Information unter vielen.

Deshalb gilt:

👉 CV sollen ohne weitere Interpretation oder Annahmen verständlich sein.

Oder anders gesagt:

👉 Wenn fürs Verständnis des CVs gegoogelt werden muss, erfüllt er seinen Zweck zu informieren nicht.

Du brauchst weiteren Input zum Thema CV-Schreiben und Bewerbungsunterlagen? Lies hier unsere 10 Gebote des CV-Schreibens. 

Du wünschst Dir Hilfe bei der Überarbeitung Deiner Bewerbungsunterlagen? Dann übermittle uns Deine kompletten Bewerbungsunterlagen zur Prüfung, wir helfen gerne. 

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