Great Minds

Deutschsprachiger oder Englischsprachiger Lebenslauf?

Wir finden es nach vielen Jahren Rekrutierungserfahrung banal. Aber als Bewerber ist es einem offensichtlich nicht gleich bewusst. Deshalb sagen wir es an der Stelle nochmals ganz deutlich:

Übermittle Deinen CV in der Sprache, in der die Stelle ausgeschrieben ist.

Die Sprache des Inserats ist selten Zufall

Die Sprache eines Stelleninserats ist in der Regel die Hauptsprache im Job, im Team oder im Unternehmen.

Wer sich auf eine deutschsprachige Stelle bewirbt, signalisiert idealerweise auch mit seinen Bewerbungsunterlagen: 

«Ich kann in dieser Sprache arbeiten.»

Alles Haarespalterei? Könnte man ohne Erfahrungen in der Rekrutierung tatsächlich meinen. Aber in der Praxis haben wir tatsächlich auch schon Aussagen gehört, wie:

«Bei einem deutschsprachigen Inserat sortiere ich englischsprachige CVs in der ersten Runde einfach aus. Irgendwo muss ich ja anfangen.»

Und wer schon einmal 50, 100 oder mehr Bewerbungen für eine Stelle gesichtet hat, kann diese Logik vermutlich nachvollziehen. Aber es gibt auch andere Gründe, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. 

Der Schweizer Arbeitsmarkt - international beliebt, lokal geprägt

In Interviews haben uns schon verschiedene Bewerber erzählt, dass ihre Übersiedlung in die Schweiz eine bewusste Entscheidung war. Die Schweiz ist bekannt für ihre hohe Lebensqualität und deshalb ein beliebtes Auswanderungsziel. 

Gerade in Funktionen wie HR, Finanzen, Accounting, Payroll, Legal wird aber erwartet, dass Kandidaten mit lokalen Rahmenbedingungen vertraut und der lokalen Sprache mächtig sind.

Grund dafür sind Themen wie Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Rechnungslegungsstandards, Steuerrecht, oder die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, bei welchen viele Ansprechpartner primär in der jeweiligen Landessprache arbeiten. Deutsch ist deshalb in vielen Schweizer Unternehmen schlicht Voraussetzung, um gewisse Rollen ausüben zu können.

Kompetitiven Vorteil nutzen

Wer in der Deutschsprachigen Schweiz Deutsch spricht (oder in der Romandie Französisch, etc.), sollte das gleich zu Beginn unmissverständlich signalisieren, um sich so schon mal von Bewerbenden aus dem Ausland abzuheben. Ein englischer Lebenslauf könnte hier unnötigerweise den falschen Eindruck erwecken:

Selbst wenn das gar nicht stimmt. Aber die Erfahrung prägt einen dahingehend. Wir haben auch schon für internationale Unternehmen rekrutiert und Stelleninserate auf Englisch publiziert. Die Folge:

Bewerbungen aus aller Welt – teilweise ohne jeden Bezug zum Schweizer Arbeitsmarkt. Manchmal nicht einmal zur Stelle.

Das prägt – leider. Und so entsteht bei vielen Recruitern – bewusst oder unbewusst – ein Denkmuster:

Wobei auch dahinter eine gewisse Logik steckt, denn: Wer täglich auf Deutsch arbeitet, hat kaum einen Grund, einen englischsprachigen Lebenslauf zu erstellen.

Lenke die Aufmerksamkeit Deines Lesers

Wir werden nicht müde zu betonen: Recruiter treffen erste Einschätzungen oft in wenigen Sekunden. Deshalb gilt eine zentrale Regel im Bewerbungsprozess:

Das kannst Du aktiv steuern, mit der richtigen Sprache, relevanten Stichwörtern, präzisen und quantifizierenden Formulierungen sowie passendem Kontext.

Die Sprache Deiner Bewerbung ist also nicht einfach «ein Detail». Sie ist ein Signal. Und Signale wirken – bewusst oder unbewusst.

Ganz einfach: Frage vornewegnehmen

Wenn das Inserat auf Deutsch ist: Bewirb Dich auf Deutsch.

Wenn es auf Englisch ist: Bewirb Dich auf Englisch.

So banal es klingt – es erhöht Deine Chancen, überhaupt in die nächste Runde zu kommen.
Und das ist das oberste Ziel Deiner Bewerbung.

Share: