Es gibt heute unzählige Online-Tools, mit denen sich Lebensläufe gestalten lassen. Die Ergebnisse sehen wirklich gut aus: Saubere Designs, hübsche Icons, moderne Layouts – alles sehr ansprechend. Das Problem ist nur:
- Viele dieser CVs funktionieren technisch nicht richtig.
Und das kann im Bewerbungsprozess zum echten Nachteil werden.
Der sichere Weg: Word → PDF
Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, erstellst Du Deinen Lebenslauf in einem klassischen Textprogramm (z. B. Word) und exportierst ihn anschliessend als PDF. Der Grund ist simpel: Diese Dokumente lassen sich von Bewerbersystemen deutlich zuverlässiger auslesen.
Online-CV-Generatoren hingegen produzieren oft Layouts, die zwar optisch schön sind – technisch aber schwierig zu verarbeiten. Die Folge:
- Deine Daten müssen beim Einlesen manuell übertragen oder korrigiert werden.
- Das kostet Zeit und schafft zusätzliche Fehlerquellen.
- Und im schlimmsten Fall führt es zu Fehlinterpretationen Deines Profils.
Ein Beispiel aus der Praxis
Kürzlich bewarb sich bei uns eine erfahrene HR Generalistin auf eine unserer ausgeschriebenen HR-Generalisten-Stellen.
Unser Bewerbersystem erfasste ihren «aktuellen Jobtitel» als «Office Managerin».
- Diesen Jobtitel hatte sie zuletzt vor mehr als 5 Jahren.
Wir fragen in unseren Gesprächen bei solchen Beispielen jeweils nach, wie der CV erstellt wurde und haben dabei festgestellt: Fehler beim Einlesen passieren in der Regel bei online generierten Lebensläufen.
- «Ist ja nicht so schlimm, beim Öffnen sieht man ja, was Sache ist.»
In Theorie, ja. Aber: In der Rekrutierung ist die Zeit oftmals knapp und so bedient man sich in der Auswahl diverser Filter, um in wenig Zeit die relevantesten Bewerber zu identifizieren.
- Die besagte Bewerberin hätte - trotz ihrer hohen Relevanz für die Stelle - hier schon übersehen werden können.
Denn ihr Profil wäre in einer nach «HR» im Jobtitel gefilterten Liste nicht aufgetaucht. So hätte sie im schlimmsten Fall schon aus dem Rennen sein können, bevor überhaupt jemand ihre tatsächliche Erfahrung oder Relevanz gesehen hätte.
«Jetzt malt mal nicht den Teufel an die Wand…»
Denken sich jetzt bestimmt viele. Wir erleben diese Situation aber zu oft im Alltag, als dass wir nicht dafür sensibilisieren würden. Denn, man darf den Kontext nicht vergessen:
Für uns als Recruiting-Spezialisten gehört das Öffnen und Prüfen einzelner CVs zum Jobinhalt. Und schon unsere Zeit ist sehr knapp, weil wir oft zahlreiche Jobs in unterschiedlichen Unternehmen parallel jonglieren.
Eine HR-Fachkraft, bei welcher die Rekrutierung nur ein Nebenschauplatz ist, muss der Bewerbermasse oftmals relativ pragmatisch begegnen.
Sie filtert und trifft in wenigen Minuten eine Vorauswahl für erste Screening-Telefonate.
Da scrollt oder filtert man schnell mal am «Office Manager» vorbei und spricht erst mal mit denen, bei denen die Relevanz offensichtlicher ist. Und wenn es mit denen matcht, schaut man sich den Rest oftmals nicht mehr an.
Deshalb gilt auch hier (mal wieder 😉): Hürden abbauen
Ein Lebenslauf muss nicht ein Designobjekt sein. Er muss in erster Linie funktionieren und dann informieren. Design-Überlegungen sollten hier nicht im Vordergrund stehen, denn:
- Wenn Dein CV beim Empfänger nicht ankommt oder nicht als relevant eingestuft wird, dann bringt auch die hübscheste Aufmachung nichts 😉.
Mit einem klassischen Dokument aus Word, sauber strukturiert und als PDF exportiert, bist Du technisch auf der sicheren Seite. Vielleicht nicht ganz so sexy wie manche Online-Vorlagen, aber deutlich zuverlässiger. Und im Bewerbungsprozess zählt ja letzten Endes: