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Bewerbungsunterlagen 2026: Weniger Design, mehr Substanz

Oder: Wie Du Recruitern das Leben einfacher machst – und Deine Chancen erhöhst.

Wir erhalten täglich Bewerbungen. Gute, mittelmässige und solche, bei denen man merkt: Da hat jemand mehr Zeit in das Layout als in die Inhalte investiert.

Dabei ist die Realität ziemlich simpel. Bewerbungsunterlagen sollen heute vor allem eines sein: effizient lesbar. Ein paar Gedanken aus unserem Alltag.

Okay Boomer, hübsches Deckblatt...

Elektronische Dokumente sehen von aussen alle gleich aus. Sie liegen meist in einem Bewerbersystem und oft ist nicht einmal mehr der Dokumentname sichtbar.

Ein auffälliges Deckblatt bringt also… genau nichts.

Dein CV liegt nicht mehr auf einem Papierstapel und muss deshalb auch nicht optisch hervorstechen. Heute zählen in erster Linie: klare Struktur, relevanter Informationsgehalt, gute Lesbarkeit.

Dein Leser will effizient informiert werden – nicht unterhalten.

They see me scrollin', they hatin'...

Die meisten von uns arbeiten im Büro – mit Tastatur und Maus. Wer davon noch keine Sehnenscheidenentzündung oder einen Tennisellenbogen davongetragen hat, ist entweder ein Glückspilz oder achtet sehr bewusst auf Ergonomie.

Sei gnädig: Wer seine Leser zwingt, sich durch unnötig viele Seiten zu scrollen, kostet sie Zeit. Und zusätzliche Scrolls.

Deshalb: informativ, ja, aber kompakt. Idealerweise kann Dein Leser Dein Profil auf zwei Seiten erfassen. Nicht zuletzt deshalb: das Deckblatt getrost einfach weglassen.

Willkommen im Jahr 2026

Wir reden ständig über KI, Automatisierung und die Zukunft der Arbeit. Und trotzdem sehen wir immer noch Dinge, die eigentlich längst Geschichte sein sollten:

  • Zeugnisse und Diplome alle einzeln in 20 verschiedenen PDF-Anhängen
    → Füge Deine Dokumente selbst zu einem einzigen PDF zusammen. Online gibt es genügend Tools dafür.

  • Diplome und Arbeitszeugnisse als Fotos einreichen
    → Jedes Smartphone hat heute eine Scan-Funktion. Deins nicht? Dann frag kurz eine KI nach Optionen und gesell Dich zu uns anderen ins 21. Jahrhundert 😉

  • Schwerfällige Dateien mit >10MB
    → Auch hier: Nutze Online-Tools, um Deine Unterlagen auf eine sinnvolle Dateigrösse zu reduzieren.

Vorsicht mit Online CV-Generatoren

Gleichzeitig, für die ganz Modernen unter Euch: Aufpassen mit online generierten Lebensläufen! Wir erhalten täglich automatisch generierte Lebensläufe, die nicht von  allen Bewerbersystemen – unserem inklusive – gleich sauber gelesen werden.

Das führt dazu, dass Begriffe in den falschen Feldern eingelesen werden, alte Jobtitel als aktuelle aufgeführt werden, oder Qualifikationen im System untergehen. So entstehen gerne einmal falsche Eindrücke die zu Fehlentscheidungen führen.

Der sicherste Weg ist immer noch der Klassiker: Ein sauber strukturierter CV in Word – als PDF exportiert mit sauber extrahierbarem Text.

Design ist subjektiv. Information nicht.

Wir werden häufig gefragt:

«Soll mein CV nicht ein bisschen auffällig sein, damit ich aus der Masse heraussteche?»

Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

Und wie wir bereits erwähnt haben: Im elektronischen Zeitalter sehen Dokumente von aussen ohnehin alle gleich aus.

Konzentriere Dich deshalb auf: Informationsgehalt | Klarheit | Effizienz. Sowohl in der Handhabung Deiner Unterlagen als auch bei der Verarbeitung der darin enthaltenen Informationen.

Eine kleine Metapher zum Schluss

Der tollste Luxuswagen bringt nichts, wenn er nicht zuverlässig von A nach B fährt.

Holpert es zu stark, weil die Federung kaputt ist, friert man, weil die Heizung nicht funktioniert, oder regnet es rein, weil das Dach undicht ist – sucht man sich ziemlich schnell ein anderes Fahrzeug.

Und so ist es auch mit Lebensläufen. Fokussiere Dich auf das Wesentliche. Und zeige Deinen Charakter dann dort, wo er wirklich zählt:

Im Gespräch.

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