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Bewerbungsunterlagen 2026: Weniger Design, mehr Substanz

Oder: Wie Du Deine Chancen im Bewerbungsprozess erhöhst – in dem Du Deinem Leser das Leben einfacher machst. 

Wir erhalten täglich Bewerbungen. Gute, mittelmässige und solche, bei denen man merkt: Da hat jemand mehr Zeit in das Layout als in die Inhalte investiert. Dabei wäre es ganz banal und Bewerbungsunterlagen sollen vor allem eines sein: effizient lesbar. Ein paar Gedanken aus unserem Alltag.

Okay Boomer, hübsches Deckblatt...

Ganz wichtig: Elektronische Dokumente sehen von aussen alle gleich aus. Sie liegen meist in einem Bewerbersystem und werden mittels Klick auf ein Icon – oft ist nicht einmal mehr der Dokumentname sichtbar – geöffnet. Ein auffälliges Deckblatt bringt somit… genau nichts!

Wir erinnern uns an das analoge Zeitalter, als Bewerbungen per Post eingingen und dann in einem Stapel lagen. Hier ist naheliegend, dass ein optisch auffälliges Dossier in der Auswahl die Nase vorn haben konnte.

Heute liegt Dein CV nicht mehr in einem physischen Papierstapel und muss deshalb auch nicht optisch hervorstechen, damit er geöffnet wird. Wichtiger sind: klare Struktur, relevanter Informationsgehalt, gute Lesbarkeit. Denn:

Dein Leser will effizient informiert werden. Nicht unterhalten.

They see me scrollin', they hatin'...

Die meisten von uns arbeiten im Büro – mit Tastatur und Maus. Wer davon noch keine Sehnenscheidenentzündung oder einen Tennisellenbogen davongetragen hat, ist entweder ein Glückspilz oder achtet sehr bewusst auf Ergonomie (oder beides).

Sei gnädig: Wer seine Leser zwingt, sich durch unnötig viele Seiten zu scrollen, kostet sie Zeit. Und zusätzliche Scrolls.

Deshalb: informativ, ja, aber kompakt. Idealerweise kann Dein Leser Dein Profil auf zwei Seiten erfassen. Nicht zuletzt deshalb: das Deckblatt getrost einfach weglassen.

Übrigens: Vorsicht mit Online CV-Generatoren

Ausserdem, für die ganz Modernen unter Euch: Aufpassen mit online generierten Lebensläufen! Wir erhalten regelmässig automatisch generierte Lebensläufe, die nicht von  allen Bewerbersystemen – unserem inklusive – gleich sauber gelesen werden.

Das führt dazu, dass Begriffe in den falschen Feldern eingelesen werden, alte Jobtitel als aktuelle aufgeführt werden, oder Qualifikationen im System untergehen. So entstehen gerne einmal falsche Eindrücke, die zu Fehlentscheidungen führen.

Der sicherste Weg ist immer noch der Klassiker: Ein sauber strukturierter CV in Word – als PDF exportiert mit sauber extrahierbarem Text.

Design ist subjektiv. Information nicht.

«Soll mein CV nicht ein bisschen auffällig sein, damit ich aus der Masse heraussteche?»

Werden wir häufig gefragt. Und dagegen ist tatsächlich nichts einzuwenden. Aber Achtung: Was als ästhetisch empfunden wird, ist subjektiv. Das heisst in der Konsequenz: Mit Deinem Design wirst Du wohl den Geschmack von einigen treffen, bei anderen aber vielleicht eher Naserümpfen ernten. Des einen «klassisch» ist des anderen «altbacken». 

Klingt oberflächlich? Ist es auch! Aber eben auch Tatsache. Und zwar eine vermeidbare, weil – nochmals zur Erinnerung 😉 – Dokumente von aussen ohnehin alle gleich aussehen. Konzentriere Dich deshalb auf:

Informationsgehalt | Klarheit | Effizienz

Und das sowohl in der Handhabung Deiner Unterlagen (Dateiformat) als auch bei der Verarbeitung der darin enthaltenen Informationen (Inhalte & Struktur). Beim Informationsgehalt bist Du denn auch nicht der gleichen Wertung unterworfen. Gegen klare, quantifizierbare Informationen, in den relevanten Kontext eingebettet, ist schlichtweg nichts einzuwenden. Es geht einzig darum, Informationsgehalt und Umfang in eine sinnvolle Balance zu bringen. 

Eine kleine Metapher zum Schluss

Der schönste Luxuswagen bringt nichts, wenn er nicht zuverlässig von A nach B fährt.

Holpert es zu stark, weil die Federung kaputt ist, friert man, weil die Heizung nicht funktioniert, oder regnet es rein, weil das Dach undicht ist – man wird sich ziemlich schnell ein anderes Fahrzeug suchen.

Und so ist es auch mit Lebensläufen. Fokussiere Dich auf das Wesentliche. Und zeige Deinen Charakter dann dort, wo er wirklich zählt:

Im Gespräch.

Du brauchst weiteren Input zum Thema CV-Schreiben und Bewerbungsunterlagen? Lies hier unsere 10 Gebote des CV-Schreibens. 

Du wünschst Dir Hilfe bei der Überarbeitung Deiner Bewerbungsunterlagen? Dann übermittle uns Deine kompletten Bewerbungsunterlagen zur Prüfung, wir helfen gerne. 

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